Mozart

Die Dortmunder Philharmoniker mit GMD Gabriel Feltz und dem Sologeiger Edoardo Zosi beim Wiener-Klassik-Abend mit Musik von Mozart. Handyforo: Schröter

Eine kleine Zeitreise durch Mozarts Schaffen unternahmen die Zuhörer beim 2. Konzert Wiener Klassik der Dortmunder Philharmoniker am Montag im Konzerthaus.

Den Auftakt bildete ein Werk, das Mozart als 18-Jähriger dirigierte und das noch nicht ganz die Meisterschaft späterer Jahre erreicht: die Ouvertüre aus der heute wenig gespielten Oper „La finta giardiniera“ („Die Gärtnerin aus Liebe“) aus dem Jahre 1774. Die Besetzung des Orchesters war relativ klein: zwei Oboen, zwei Hörner, Streicher und Pauken.

In diesem von GMD Gabriel Feltz gewohnt dynamisch dirigierten Konzert ging’s weiter mit dem 5. Violinkonzert aus dem Jahr 1775, in dem Mozart seine sämtlichen Violinkonzerte komponiert hatte. Hier kam der Solist des Abends, der Italiener Edoardo Zosi zum Einsatz. Er interpretierte seinen Part an der Violine mit sehr viel Schmelz. Zosi hat bereits mit Orchestern aus der ganzen Welt gespielt und gehört zum Adorno-Quartett, das mehrere Preise bei der International Borciani Competition 2017 gewonnen hat. Die Zuschauer entließen Zosi erst nach einer Zugabe: einer Solo Partita von Bach.

Nach der Pause unternahmen die Musiker im fast voll besetzten Konzerthaus eine Zeitreise ins Jahr 1788 zur Jupiter-Sinfonie, und Mozart zeigt sich jetzt auf der ganzen Höhe seines Könnens – und mit ihm die Dortmunder Philharmoniker, die diese komplexe, viel- und abwechslungsreiche Musik mit Bravour spielten.

Multitasking im Publikum

Interessant bei solchen Konzerten kann auch eine Beobachtung des Publikums sein. Während im Parkett die graumelierten Herrschaften gesittet der Musik lauschen, sieht man auf den preislich günstigeren Balkonen und Oberrängen viele junge Menschen, die zwischendurch auch mal auf ihr Handy schauen. Einer hatte sogar ein Buch mit aufgesteckter Leselampe dabei und tauschte sich immer mal wieder mit seinen Nachbarn aus. Wie kriegt man so viel Multitasking hin?

Interessant diesmal auch die Handhabe des vor allem im kalten Februar unvermeidlichen Hustens: So lange die Musik spielte, war es überraschend ruhig im Publikum. Zwischendurch hätte man die berühmte Stecknadel falls hören können. Aber sobald die die Musik zwischen zwei Sätzen kurz aussetzte, begann ein wildes Röcheln und Abhusten.

Andreas Schröter

Dortmunder Philharmoniker

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