Wiener Klassik

Volodymyr Lavrynenko: Foto: Ioan Penu

Musik von Schubert, Beethoven und Cherubini war beim 1. Konzert Wiener Klassik der Dortmunder Philharmoniker am Montag im Konzerthaus zu hören. Cherubini wer? Luigi Maria Cherubini (1760-1842) ist heute in der Tat selten zu hören. Die zehnminütige Ouvertüre zu seiner Oper „Der Wasserträger“ (1800), die den Auftakt zu diesem mit „ton_bilder“ übertitelten Konzert bildete, hatte es dennoch verdient, auch im Jahre 2017 einem Konzertpublikum nahegebracht zu werden.

Freudige Stimmung

Die Musik ist abwechslungsreich und durchzogen von einer freudigen Stimmung. Goethe schätzte diese Oper, Mendelssohn jedoch befand, dass die Ouvertüre das Beste daran sei – und da vor allem die ersten drei aufrüttelnden Takte. Inhaltlich gehört der „Wasserträger“ zu den sogenannten „Rettungsopern“, die die Werte der Französischen Revolution proklamierten. Es ist schön, dass die Philharmoniker gelegentlich auch solche Werke aus der (großen) Schatztruhe der Musikgeschichte ans Tageslicht holen.

Ein Solopianist

Star des Abends in dem vom stellvertretenden GMD Motonori Kobayashi gewohnt temperamentvoll dirigierten

Wiener Klassik

Motonori Kobayashi. Foto: Gerardo Garciacano

Konzert war der Pianist Volodymyr Lavrynenko aus der Ukraine, der gemeinsam mit dem Orchester das wunderschöne 4. Klavierkonzert (1808) von Beethoven auf den Punkt brachte. Tosender Applaus des Publikums war der Dank. Lavrynenko seinerseits revanchierte sich mit dem letzten Abschnitt aus Schumans „Arabesque“ als Zugabe. In der Pause signierte Layrynenko, der einen ersten Preis beim Schubert-Wettbewerb 2016 in Dortmund gewonnen hatte, seine CD, die ein Teil dieses Preises war und von der Kulturstiftung NRW finanziert worden war. Schon im Alter von fünf Jahren hatte er Klavierunterricht.

Wärme gegen Dortmunder Herbst

Nach der Pause stand Schuberts 4. Sinfonie (1816) auf dem Spielplan – ebenfalls ein Werk, das wegen seines vollen und warmen Klangs bestens geeignet war, einem herbstlich kühlen Dortmunder Abend das Richtige entgegenzusetzen.

Vorschau

Bei den Dortmunder Philharmonikern geht’s schon in der nächsten Woche (14./15.11.), jeweils 20 Uhr, im Konzerthaus mit dem 2. Philharmonischen Konzert weiter – dann mit Musik von Wagner, Liszt und Adès.

Dortmunder Philharmoniker

Siehe auch

Andreas Schröter