Gorlatch

Die Dortmunder Philharmoniker mit Dirigent Andreas Spering beim Schlussapplaus. Zuvor hatte Pianist Alexej Gorlatch sein Können bewiesen. Handyfoto: Schröter

„schicksals_mächte“ hieß das 4. Philharmonische Konzert am Dienstag und Mittwoch im nahezu ausverkauften Konzerthaus, das unter dem Dirigat von Andreas Spering stand. Star des Abends war der Pianist Alexej Gorlatch, der als 29-Jähriger bereits Professor für Klavier an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main ist und schon zahlreiche Preise gewonnen hat – unter anderem beim Internationalen ARD-Musikwettbewerb.

Allerdings sei ein solches Konzert, in dem es um einen Preis gehe, nichts anderes für ihn als ein normales Konzert, sagte er im Vorgespräch „Wir stimmen ein“ mit Orchestermanager Michael Dühn. Das Gefühl, auf der Bühne zu sein, sei für ihn Motivation genug, seine beste Leistung zu zeigen – egal bei welcher Gelegenheit.

Gorlatch spielt Mozart sehr gefühlvoll

Gorlatch spielte das Klavierkonzert c-Moll von Mozart sehr gefühlvoll, und das Publikum ließ ihn erst nach einer Zugabe – ein Stück von Chopin – von der Bühne.

Besonderheit des Konzerts war auch die Uraufführung von Frank Zabels „Le suicide beau“ in Anwesenheit des Komponisten. Bei diesem 15-minütigen Stück Musik handelt es sich um die Vertonung eines Gedichts von Stéphane Mallarmé aus dem 19. Jahrhundert, in dem es um Selbstmord geht – eine Auftragsarbeit der Dortmunder Philharmoniker.

Zabels Musik gefiel nicht jedem

Es gebe in dieser Musik keine Gassenhauer, die man auf dem Nachhauseweg nachsingen könne, sagte Zabel im Vorgespräch. Er habe einfach die Stimmung dieses schwül-romantischen Gedichts einfangen wollen, sagte er. Und darauf sollten sich die Zuhörer einlassen. Ganz so einfach war‘s dann allerdings nicht. Nicht jedem gefiel diese nicht sehr eingängige Musik, und am Ende gab‘s sogar ein paar Buh-Rufe – was äußerst selten bei den Philharmonischen Konzerten ist. Zabel ist Professor für Musiktheorie an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf.

Die bekannten Gassenhauser der Klassik

Letztlich sind es dann doch wieder die altbekannten Hits der Klassik wie Beethovens Fünfte – in diesem Konzert nach der Pause gespielt –, die die Leute von den Sitzen reißen und zu Bravo-Rufen hinreißen. Für Musikprofis und Konzertveranstalter mag das mitunter auch frustrierend sein.

Selbst bestimmen

Andreas Spering, geboren 1966, übrigens dirigierte erstmals ein Philharmonisches Konzert. Ursprünglich hat er Cembalo studiert. Das jedoch sei ihm auf Dauer zu einseitig gewesen, sagte er im Vorgespräch. Außerdem habe er selbst bestimmen wollen, wie es läuft. Deshalb sei er Dirigent geworden, so Spering weiter in sympathischer Offenheit.

Andreas Schröter

Dortmunder Philharmoniker

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