Ingrid Lacher

Ingrid Lacher zeigt unter anderem eine Diestel im Glas.

„Klatschnass und Knochentrocken“ heißt eine Ausstellung mit  Impressionen aus der Natur von Ingrid Lacher, die am Samstag (6.1.), 15 Uhr, im Kunstbonbon an der Chemnitzer Straße 11 eröffnet.

Ingrid Lachers Thema ist häufig die Natur – aber nicht unbedingt die sanfte, grüne, saftige Natur, die uns wohltuend umhüllt, sondern speziell in dieser Ausstellung geht es um Kontraste. In Fotografien und Objekten hat die Künstlerin sowohl die Folge von Regenschauern, als auch die einer hochsommerlichen Dürre eingefangen.

Ingrid Lacher zeigt Folgen von vorübergehend zu viel Wasser

Die Künstlerin zeigt die Folgen von vorübergehend zu viel Wasser: Fotografien von Pfützen. Gezeigt werden diese Fotos nicht nur an der Wand, sondern in der Waagerechten, so dass der Betrachter sich automatisch in einer „normalen“ (aber bequemen) Position befindet, um all die Spiegelungen und die Farbeffekte in der eigenen, kleinen Welt einer Pfütze zu entdecken.

Kontrastprogramm

Als Kontrastprogramm sehen wir Fotos von ausgetrockneten Landschaften und den Details der Folgen von Hitze und Wassermangel, wie z.B. eine Art Schneckenfriedhof auf einem trockenen Stängel oder knochig wirkende, filigrane Blüten. Auch diese werden teilweise in ungewohnter Art präsentiert, so unterstreicht der Druck auf federleichter, aber sehr stabiler Pappe oder die Positionierung auf trockenen Ästen noch das dargestellte Sujet.

Aber es gibt nicht nur Fotos von trockenen Dingen, sondern Ingrid Lacher sammelt auch Pflanzenteile und „macht sie ein“, sozusagen. Früher bedeutete es eine Art Reichtum, wenn man die Vorratskammer gut gefüllt wusste mit Einkochgläsern voll Obst, Gemüse und Marmelade. Sicherte es doch die Versorgung in der fruchtlosen Jahreszeit.

Künstlerin zeigt getrocknete Pflanzen

Die Künstlerin präsentiert nun in Ruhrgläsern getrocknete Pflanzen, die teilweise goldig schimmern und so klar machen, dass auch sie ein wertvoller und fragiler Teil unserer Umwelt sind. Oder sie bettet ihre gefundenen, getrockneten Blätter und zarten Pflanzenteile auf raues, altes Leinen (teils von der Ururgroßmutter der Künstlerin noch handgewebt). Auch hier sind die Pflanzen teilweise „vergoldet“, so dass der edle Kontrast einen vergessen lässt, dass dieses etwas ist, das wir gern mit dem Laubsauger beseitigen und uns wird klar, dass die Vielfalt der Vegetation sogar in allen Stadien des Vergehens kostbar ist.

Vielleicht betrachtet man nach einem Besuch dieser Ausstellung die Umwelt und speziell die Natur ein wenig anders!? Ist sich dessen bewusster, was Pflanzen für uns bedeuten, welchen Stellenwert sie für das Klima und die Ernährung haben. Dass sie ein wichtiger Teil der Nahrungskette sind und dabei auch noch luxuriöserweise in jedem Stadium ihres Daseins eine ganz eigene Schönheit haben.

Öffnungszeiten im Kunstbonbon

Die Ausstellung dauert bis zum 03.02.2018 und ist dienstags von 13-18, freitags von 15-20 und samstags von 12 – 15 Uhr zu sehen.

Kunstbonbon