Orlando

Szene aus Orlando mit Ekkehard Freye, Friederike Tiefenbacher, Marlena Keil, aniYo kore (Musik). Foto: Birgit Hupfeld

Im Schauspiel Dortmund laufen am Wochenende Dortmund gleich zwei Premieren: Das Internat am Freitag und Orlando am Sonntag.  Für Das Internat gibt’s noch Restkarten, Orlando ist ausverkauft.

Das Internat

Ersan Mondtag inszeniert eine Geschichte um ein mysteriöses Jungen-Internat

Ersan Mondtag ist der Shooting Star der deutschen Theaterszene: innerhalb weniger Jahre ist aus dem vielversprechenden Newcomer ein gefeierter Star-Regisseur geworden, der an den größten Häusern in Europa Erfolge feiert. Mondtags Inszenierungen sind berüchtigt für seine ganz eigene, bildstarke und hoch musikalische Theaterhandschrift.

Nun inszeniert Ersan Mondtag mit der Stückentwicklung Das Internat auch seinen ersten Theaterabend am Schauspiel Dortmund. Freuen Sie sich auf ein opulentes, ausuferndes und hochkünstlerisches Bilder- und Musiktheater mit 17 Menschen auf der Bühne – unter anderem die gefeierten Schauspieler Christian Freund, Frank Genser, Bettina Lieder, Merle Wasmuth, Uwe Rohbeck und Uwe Schmieder.

Gemeinsam mit Co-Autor Alexander Kerlin erzählt Mondtag eine schaurig-schöne Geschichte über das Miteinander und Gegeneinander von Menschen, über Macht und Revolte, über Alltag und Intrige, über Gemeinschaft und Abtrünnige. Die gesamte Handlung spielt in einem Jungen-Internat irgendwo am Ende der Welt und am Ende der Zeit. Von Lehrern keine Spur. Ein Mord ist geschehen, wird aber von den Jungen schnell verdrängt: der Schulalltag geht seinen gewohnten Gang, bis eines Tages jemand Neues die düsteren Internatsmauern betritt – und dadurch nichts mehr so ist wie zuvor.

Termine: 9. (Premiere), 16. Februar 2018 – Schauspielhaus

Orlando trifft Dortmunder Band aniYo kore

Regisseurin Laura N. Junghanns inszeniert erstmals am Schauspiel

Erstmals inszeniert die Folkwang-Absolventin Laura N. Junghanns im Schauspiel Dortmund: Am 11. Februar feiert ihre Inszenierung von Virginia Woolfs „Orlando“ Premiere im Studio. Die Romanvorlage aus dem Jahr 1928, die einigen als „der längste Liebesbrief der Welt“ gilt, erzählt die Geschichte eines Mannes, der zur Frau wird, mehr als 350 Jahre lebt und dabei kaum altert. Verloren zwischen Zeiten und Orten ist die Biographie des jungen und schönen Adligen Orlando ein rätselhaftes Wunder: Stets vom Gefühl verfolgt, fremd zu sein in der Welt, erwacht er eines Tages als Frau. Doch darf sie als weibliche Orlando Adelstitel und Besitz behalten? Der Roman überwindet mühelos Orte und Zeiten, die Geschichte endet im Jahre 1928: Orlando, gerade mal 36 Jahre, ist Ehefrau und Mutter.

Für die Dortmunder Neuinszenierung hat Regisseurin Laura N. Junghanns – die 2017 den Petra Meurer-Preis erhielt – eine eigene Fassung erstellt, die auch die über mehrere Jahre andauernde Liebesbeziehung zwischen der Autorin Virginia Woolf und ihrer heute weniger bekannten Dichter-Kollegin Vita Sackville-West mit einbezieht. So nimmt Junghanns zugleich den Roman als auch die autobiographischen Bezüge Virginia Woolfs zum Anlass, um über Identitäten, Kategorisierungen von Männlichkeit und Weiblichkeit sowie das Konzept des Queeren zu erzählen – die Bezeichnung für eine Person, die in keine gängigen Geschlechter-Schublade passt.

Ein weiterer Coup: die Dortmunder Band aniYo kore steht live mit auf der Bühne und entwickelt einen einzigartigen Soundtrack zur Inszenierung! Es spielen Ekkehard Freye, Marlena Keil und Friederike Tiefenbacher, die Bühne entwirft Maria Eberhard, die Kostüme Natalia Nordheimer. Für die Dramaturgie ist Dirk Baumann verantwortlich.

Premiere: 11.2.2018, 18:30 Uhr im Studio
Weiterer Termin: 16.4.2018, 20 Uhr im Studio

Theater Dortmund